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Landwirtschaft im Wandel

(Heinrich-Böll-Stiftung):

“Eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besteht darin, globale Gerechtigkeit zu erreichen, ohne die ökologischen Grenzen des Planeten weiter zu überschreiten und die endlichen Ressourcen der Erde weiter zu übernutzen. Dafür ist eine grundlegende soziale und ökologische Umgestaltung der landwirtschaftlichen Produktion eine Schlüsselkomponente. So ist der Zusammenhang zwischen jahrzehntelanger intensiver Landwirtschaft,  Wasserverschmutzung, Bodendegradierung, der Zerstörung der biologischen Vielfalt, Hunger und ländlicher Armut längst in vielen Ländern der Welt zu beobachten.

Es scheint, als müssen zukunftsgerichtete Investitionen in die Landwirtschaft die Quadratur des Kreises schaffen. Bei geringerem Ressourcenverbrauch und weniger Umweltschäden müssen sich weltweit immer mehr Menschen ernähren können. Die heutige Realität der privaten und öffentlichen Investitionen im Agrarsektor hinterlässt aber einen anderen Eindruck: Visionen einer „biobasierten Wirtschaft“ vermitteln die unendliche Verfügbarkeit von „nachwachsenden Rohstoffen“, die alle durch die Landwirtschaft produziert werden können. Damit sind landwirtschaftliche Produkte nicht mehr nur als Nahrungs- und Futtermittel interessant, sondern auch als Substitut für all jene Sektoren, die von einer fossilen Produktionsweise zu einer sogenannten „biobasierten“ Ökonomie wandeln wollen. Bei abnehmender Produktivität der Landwirtschaft steigt die Nachfrage nach Agrarprodukten also drastisch an.

Damit ist klar, dass die Preise der landwirtschaftlichen Güter nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig steigen werden und der Agrarsektor, einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche in das Zentrum des Interesses neuer (und alter) Investoren rückt. Ausländische, aber auch nationale Investitionen in Land, in intensive Tier- und Pflanzenproduktion und die Herstellung von Düngemitteln und Pestiziden sind nie lohnender gewesen als heute – was auch daran liegt, dass der größte Teil der ökologischen und sozialen Kosten noch immer nicht in die Produktionskosten einbezogen wird“.

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Meredith Haaf: Was ist bloß mit der Generation der 25-Jährigen los? Acht Thesen einer Betroffenen

Meredith Haaf:

“1. Meine Generation ist geschwätzig

(…) Selten habe ich in den Medien ein so zutreffendes Bild meiner Generation gesehen. Denn wenn es eins gibt, das sie quer über alle Grenzen von Wohlstand, Bildung oder Ethnie hinweg eint, dann das hemmungslose Mitteilungsbedürfnis.

2. Wir sind nicht fähig, Kritik zu üben

(…) Interaktion findet aber vor allem in Form von Lob statt (…) Erscheint etwas hingegen unangemessen oder langweilig – keine Reaktion.

3. Wir wissen, was auf uns zukommt – und haben: Angst

(…) Und Angst ist alles Mögliche, nur nicht produktiv.

4. Meine Generation hat keine Subkultur

(…) Hipsterkultur grenzt sich gegen nichts ab außer gegen den Hipster von gestern. Sie bringt wenig hervor außer einer Ansammlung von Konsumvorgaben.

5. Wir fürchten die Konfrontation

(…) Wie soll jemand, der glaubt, Konflikt sei etwas Schlechtes, in irgendeiner Form in den gesellschaftlichen Diskurs eingreifen, sich etwa gegen einen rhetorisch gut geschulten Rechtsradikalen wehren? (…) Den Begriff »Opportunist«, das härteste Schimpfwort meiner Eltern, benutzt heute niemand mehr.

6. Wir sind uns nicht zu schade

7. Wir lieben unser gestörtes Körperbild

(…) Unser Verhältnis zum Körper ist geprägt von zwei der jüngeren Zivilisationserrungenschaften: der Essstörung und der Pornoästhetik.

8. Wir denken nicht politisch

Das politische Argument ist in meiner Generation fast ausgestorben, unser Verhältnis zur Demokratie marode (…) Um ein System in Frage zu stellen, braucht man eine Menge Energie. Wir verwenden unsere Energie dafür, unsere Karrieren zu sichern, unsere Bachelorstundenpläne einzuhalten und zwischendurch bei Facebook einzugeben, was wir gerade tun. Wenn wir das nicht ändern, werden wir irgendwann feststellen, dass eine andere, jüngere Generation über uns sagen wird: Sie ließen ihre Welt veröden, weil sie lieber labern wollten“.

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Totemmahlzeit bei Freud

(gemäß Freud):

“Die Totemmahlzeit war die Gedächtnismahlzeit der ungeheuerlichen Tat, von der das Schuldbewußtsein des Menschen (die Erbsünde) herrührte, mit der soziale Organisation, Religion und sittliche Beschränkung gleichzeitig ihren Anfang nahmen”. Die Religion gründet somit im Ödipuskomplex der Gesamtmenschheit“.

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Praktische Notwendigkeit der feministischen Kämpfen

“…eine unabgeschlossene Reihe zu feministischen Kämpfen in Zeiten von Krise und globalisiertem Kapitalismus. Im Blick zurück hat sich die radikal-feministische Einschätzung aus den 1970ern bestätigt. Demnach ist die Integration von Frauen in Lohnarbeit und die Kämpfe darin zur praktischen Notwendigkeit geworden. Daraus ergeben sich aber noch keine politischen Strategien für emanzipative Reproduktionsverhältnisse“.

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Bildkontroversen

“Ausgehend von der Annahme, dass das Bild kein homogenes Phänomen ist, sondern sich zwischen Bildpraktiken, Bildtheorien, Bildkonventionen und ihren Durchbrechungen konstituiert, liegt die Erkenntnisqualität der Bildkontroverse darin, diese Vielschichtigkeit bewusst zum Gegenstand der Diskussion zu machen“.

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¡Somos Europa! / Wir sind Europa! / We are Europe!

“Ningún pensador —desde Jean Jacques Rousseau a Jürgen Habermas— quiso nunca una democracia que solamente consistiera en poder votar periódicamente. La crisis de la deuda que actualmente está desgarrando a Europa no es simplemente un problema económico sino también un problema político. Necesitamos de una sociedad civil europea y de las perspectivas de las generaciones más jóvenes si queremos solucionar los asuntos candentes de hoy. No podemos permitirnos dejar que Europa se transforme en el objetivo de un movimiento de ciudadanos indignados contra una Europa sin europeos.

(…)

Para nosotros ser europeos es ser capaces de mirarnos a nosotros mismos y de ser autocríticos. Europa es un laboratorio de ideas políticas y sociales que sencillamente no existen en otra parte. La identidad europea es el producto del diálogo y la discrepancia entre muchas culturas políticas diferentes: las del Citoyen, el Citizen, el Staatsbürger, el Burgermatschappij, el Ciudadano, el Opywatel, el Politis, etc. Europa tiene que ver también con la ironía; con ser capaces de reírnos de nosotros mismos”.

http://manifest-europa.eu/allgemein/wir-sind-europa?lang=es&fb_source=message

……….

“Kein Vordenker – von Jean-Jacques Rousseau bis Jürgen Habermas – wollte eine Demokratie, die sich in periodischen Abstimmungen erschöpft. Die Schuldenkrise, die gegenwärtig Europa spaltet, ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern eine politische. Um sie zu lösen, bedürfen wir der europäischen Bürgergesellschaft und der Vision der jüngeren Generationen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Europa dabei zum Feindbild wird, dass eine „Wutbewegung“ der Bürger gegen ein Europa ohne Europäer entsteht. Europa kann nicht ohne engagierte Europäer funktionieren, und Europäer können ihre Sache nicht tun, ohne die Luft der Freiheit zu atmen.

(…)

Europa ist ein Labor politischer und sozialer Ideen, wie es das nirgendwo sonst gibt. Was macht die Identität Europas aus? Man könnte sagen, das Europäische liegt im Dialog und Dissens der vielen politischen Kulturen des „Citoyen“, des „Citizen“, des „Staatsbürgers“, des „Burgermatschappij“, des „Ciudadano“, des „Obywatel“, des „Politês“ –, aber auch in der Ironie, im Lachen Europas über sich selbst”.

http://manifest-europa.eu/allgemein/wir-sind-europa?fb_source=message&lang=de

……….

“No progressive thinker – from Jean-Jacques Rousseau to Jürgen Habermas – ever wanted a democracy that consists merely in being able to periodically vote. The debt crisis that is currently driving Europe apart is not simply an economic problem but also a political one. We need a European civil society and the vision of younger generations if we are going to solve the burning issues of today. We cannot afford to allow Europe to be transformed into the target of an “angry movement” of citizens protesting against a Europe without Europeans. Europe cannot function without Europeans committed to its cause, and Europeans cannot do Europe unless they can breathe the air of freedom.

For us in “We are Europe” the answer is this: Europe is a laboratory of political and social ideas without parallel anywhere else in the world. But what constitutes European identity? You might say that Europeanness arises out of dialog and dissent between the many different political cultures – of the “Citoyen”, the “Citizen”, the “Staatsbuerger”, the “Burgermatschappij”, the “Ciudadano”, the “Obywatel”. But Europe is also about irony; it is about being able to laugh about ourselves”.

http://manifest-europa.eu/allgemein/wir-sind-europa?fb_source=message&lang=en

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Great writers must hold their tongues / Große Schriftsteller müssen auf ihre Wörter achten

Muhammad al-Maghut (1984)

“To become a great writer – regardless of which Arab country one is in – one must be truthful; to be truthful, one must be free; and to be free, one must be alive; yet to be alive, one must hold one’s tongue!”

http://en.qantara.de/An-Uprising-of-Words/18317c19025i1p1417/index.html

…………….

Muhammad al-Maghut (1984)

“Um ein großer Dichter zu werden – einerlei in welchem arabischen Land – muss man wahrhaftig sein; um wahrhaftig zu sein, muss man frei sein; und um frei zu sein, muss man lebendig sein; doch um lebendig zu sein, muss man schweigen!”

http://de.qantara.de/Aufstand-der-Worte/18315c19023i0p438/index.html

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